Neuer über das frühe Ausscheiden bei der WM: „Es war ein Nichts, totale Leere“

Es kommt nicht gerade häufig vor, dass sich aktive Profis in einer Kolumne an die Öffentlichkeit wenden. Natürlich gibt es häufig Interviews, doch ganze Artikel zu verfassen, so wie es Manuel Neuer nun gemacht hat, das ist eher ungewöhnlich. Der Torhüter gibt dabei Einblicke in sein Seelenleben und wirft auch schon mal einen Blick auf das kommende Jahr, das, so viel ist sicher, nicht nur für die Nationalmannschaft von immenser Bedeutung sein wird.

Nationaltorhüter Manuel Neuer hat für den DFB und dessen Internetauftritt ein ganz persönlichen Jahresrückblick verfasst. In diesem darf natürlich auch das desaströse Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in Russland nicht fehlen, das in diesen Tagen, in denen vielerorts auf 2018 zurückgeblickt wird, oftmals noch Erwähnung findet. Lange Zeit war nicht klar, ob Neuer nach seiner schweren Verletzung an dem Turnier überhaupt teilnehmen können wird, doch aufgrund seines eisernen Willens und der tatkräftigen Mithilfe der Ärzte hat Neuer es dann nun doch zwischen die Pfosten geschafft.

„Ich werde häufig gefragt, wie schwer mir die Rolle als Zuschauer gefallen ist, wie unerträglich es war, in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League nicht eingreifen zu können, und bin selber überrascht, dass die Antwort darauf lautet: Es war nicht sonderlich schwer. Ich wusste immer, dass ich nichts anderes machen kann, als hart zu arbeiten, den Ärzten und Physiotherapeuten zu vertrauen, mir selbst zu vertrauen“, schreibt Neuer in dem Artikel auf „DFB.de“

Und knöpft daran auch direkt an: „Wieder eine Frage, die mir häufig gestellt wird: Was ich in den ersten Sekunden nach dem Südkorea-Spiel, das das frühe WM-Aus besiegelte, gedacht habe. Die Antwort ist: Ich habe nichts gedacht. Uns allen ging das so. Wenn man sich die Bilder aus Kasan heute anschaut, sieht man, was ich hier zu beschreiben versuche. Es war ein Nichts, totale Leere. Wir haben natürlich verstanden, dass wir ausgeschieden waren, aber wir konnten es nicht begreifen, es war Realität und zugleich surreal, es konnte einfach nicht wahr sein.“

„Wir werden uns aus dem Tal befreien“

Es sind ganz persönliche Einblicke und offenbaren eben jene Leere, die wohl viele Anhänger der deutschen Mannschaft verspürt haben dürften. „Die Öffentlichkeit erwartete eine weitere Erklärung. Aber was sollte ich erklären? Als ich damals am Flughafen vor die Presse getreten bin, war ich erschlagen von der Anzahl der Journalisten, die ganze Szenerie hat mich irritiert“, sagt Neuer rückblickend.

So herrlich sympathisch dieser Artikel auch ist, für das kommende Jahr gilt es die Sinne nun zu schärfen und die neuen Aufgaben anzugehen. So resümiert der Keeper dann abschließend auch: „Ich freue mich auf 2019. Als Nationalmannschaft haben wir viel Kredit verloren. Die Zurückhaltung der Fans bei den Spielen gegen Russland und die Niederlande hat dies sehr deutlich gezeigt. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns aus diesem Tal befreien.“