Boateng kritisiert DFB-Teamkollegen und den FC Bayern harsch – Rummenigge meldet sich zu Wort

Das frühe WM-Aus hat auch im Nachgang noch viel Unschönes nach sich gezogen. So gingen nach dem Rücktritt von Mesut Özil weder der DFB, noch der Spieler selbst als Gewinner vom Feld. Für Jerome Boateng ist der Umgang mit einem so verdienten Spieler allerdings absolut unverständlich.

Um die Person von Jerome Boateng hat es in den vergangenen Wochen und Monaten kaum eine ruhige Minute gegeben. Eigentlich wollte der Innenverteidiger die Bayern verlassen, musste letztlich dann aber doch bleiben, da sich der Rekordmeister nicht mit Paris einigen konnte. Jüngst sorgte Boateng nun wieder mit Äußerungen zur Causa Özil für Aufsehen, der nach der Edogan-Affäre aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war und den DFB anschließend scharf kritisierte. Eine Rückkehr ins Nationalteam schloss Bundestrainer Joachim Löw bereits aus und auch von Özils ehemaligen Mitspielern hörte man bislang wenig.

Jerome Boateng hingegen lag genau das auf dem Herzen. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ lederte der Bayern-Spieler daher auch gegen seine Teamkollegen in der Nationalmannschaft: „Wo waren die Mitspieler, die sich bei Mesut bedankt haben? Anscheinend haben sich viele nicht zu äußern getraut, weil sie gedacht haben, dass das bei den deutschen Fans nicht so gut ankommt“ und fügte an: „Da geht es um einen tollen Spieler, der mit uns Weltmeister geworden ist, der super Länderspiele gemacht hat, der den deutschen Fußball auch ein Stück weit verändert hat. Eine Nummer 10 mit Migrationshintergrund! Dem muss man Danke sagen. Sich dann zu enthalten, das finde ich schade.“

Kritik am eigenen Klub ähnlich harsch

Nach dem gestrigen Champions League-Erfolg der Bayern bei Benfica Lissabon (2:0), bei dem Boateng über die volle Distanz auf dem Platz stand und eine gute Leistung zeigte, wurde auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge auf das Interview mit der „SZ“ angesprochen, denn auch die Bayern sind in diesem nicht gut weggekommen. Schließlich beklagte sich Boateng dort über die mangelnde Rückendeckung seines Klubs.

„Wenn er mit uns sprechen will, kann er mit uns sprechen. Jerome weiß, dass er ein wichtiger Spieler für uns ist. Die Dinge sind seriös zwischen den Parteien“, so Rummenigge zu den Vorwürfen des Spielers und macht deutlich: „Wenn er so spielt wie heute, dann ist alles gut.“ Einen „Dissens“ gebe es aber nicht, beteuert Rummenigge.