DFB-Präsident Reinhard Grindel tritt mit sofortiger Wirkung zurück

Der Druck auf DFB-Präsident Reinhard Grindel wurde immer größer und heute hat der 57-jährigen seinen sofortigen Rücktritt bekanntgegeben. Bis zu den Neuwahlen im September diesen Jahres werden die beiden Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball eine Interimsspitze bilden.

In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche Gerüchte rund um DFB-Präsident Reinhard Grindel, sowohl der öffentliche Druck als auch die Kritik innerhalb des Verbands an dem 57-jährigen wurde immer größer und heute zog Grindel nun die Konsequenzen daraus. Der Fussball-Funktionär hat seinen sofortigen Rücktritt als Verbandspräsident bekannt gegeben. Bis zu den Neuwahlen im September werden Rainer Koch und Reinhard Rauball den DFB kommissarisch leiten.

Grindel hat sich zu viele Verfehlungen geleistet

Schon nach der WM 2018 in Russland und dem desaströsen Abschneiden der deutschen Elf sowie dem Eklat rund um Mesut Özil gab es erste Gerüchte rund um die Zukunft von Reinhard Grindel. Immer wieder wurde darüber spekuliert ob Grindel als Präsident noch tragbar. Am Ende konnte sich Grindel jedoch gegen seine Kritiker durchsetzen und blieb im Amt. Die erfolgreiche Vergabe der EM 2024 im Herbst des vergangenen Jahres gab dem Fussball Funktionär einen kurzen Aufwind, doch nur wenige Monate später ist die Ära Grindel beim DFB endgültig beendet.

Vergangene Woche hatte das Nachrichten Magazin Spiegel über lukrative Nebentätigkeiten von Reinhard Grindel berichtet, welche dem DFB-Präsidium offensichtlich verheimlicht wurden. Es geht um insgesamt 78.000 Euro, die der 57-Jährige als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien GmbH erhielt. Wenige Tage später gab es neue Schlagzeilen über eine geschenkte Luxusuhr aus einer fragwürdiger Quelle. Diese jüngsten Geschehnisse haben innerhalb des DFB-Präsidiums für viel Unruhe gesorgt, zahlreiche Mitglieder haben Grindel das Vertrauen entzogen, woraufhin dieser nun seinen sofortigen Rücktritt verkündet hat.

In einer persönlichen Botschaft äußerte sich Grindel wie folgt zu seinem Rücktritt: „Ich trete vom Amt des DFB-Präsidenten zurück. Ich entschuldige mich dafür, dass ich durch mein wenig vorbildliches Handeln in Zusammenhang mit der Annahme einer Uhr Vorurteile gegenüber haupt- oder ehrenamtlich Tätigen im Fußball bestätigt habe. Lassen Sie mich zum Schluss sagen: Ich bin tief erschüttert, dass ich wegen eines solchen Vorgangs meine Funktion als DFB-Präsident aufgeben muss, die ich gerne ausgeübt habe, vor allem um dem Amateurfußball in Deutschland Impulse zu geben.“

Koch und Rauball bilden Interimsspitze bis zur Neuwahl

Wie der DFB im Rahmen einer Pressemitteilung bekannt gab, werden die beiden Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball vorerst kommissarisch als Interimsspitze die Nachfolge von Grindel antreten. Im September findet dann neue Wahlen statt. Bis dahin soll ein geeigneter Kandidat gefunden werden, welcher sowohl vom DFB als auch von der DFL unterstütz wird. Grindel galt immer als DFB-Mann, der bei der DFL und innerhalb der Bundesliga kaum Unterstützer hatte. Der neue Präsident soll jedoch sowohl den Amateurbereich beim DFB, als auch den Profilbereich bei der DFL vertreten.

Medienberichten zu Folge könnten sich die beiden Ex-Nationalspieler Philipp Lahm oder Christoph Metzelder. Wobei OK-Chef Lahm vor wenigen Tagen öffentlich betont hat, dass er aktuell keinerlei Ambitionen hat das Amt des Präsidenten zu bekleiden. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass ein Ex-Profi und ehemaliger Nationalspieler neuer DFB-Präsident wird.