Urteil im Rassismus-Eklat beim DFB-Länderspiel

Immer wieder wird Rassismus zu einem großen Problem in der Gesellschaft und auch im Fußball scheint Fremdenhass traurigerweise noch immer ein Thema zu sein. Ein Urteil des Amtsgericht Wolfsburg sorgt in diesem Zusammenhang nun erneut für ein großes Ärgernis.

Der Journalist André Voigt veröffentlichte im März ein emotionales Video auf Facebook, in dem er über den Rassismus-Vorfall beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in Wolfsburg berichtet hatte. Das Video zog im Internet und auch in den Printmedien große Kreise nach sich und sorgte nicht nur für Aufregung, sondern auch für Entsetzen. Schließlich wurden demnach die Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan schlimm von drei jungen Männern beleidigt.

Beleidigungen offenbar nicht schlimm genug

Auf Grundlage des Videomaterials sind die drei Männer schließlich auch von der Polizei ausfindig gemacht worden, die Staatsanwaltschaft Braunschweig erhob Anklage. Nun ist das Urteil gefallen und noch mehr als die Tat der Männer selbst, die jeglichen rassistischen Hintergrund von sich wiesen, erzürnt nun eben jene Entscheidung des Amtsgericht Wolfsburg. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, kommen zwei der drei Männer ohne jede Strafe davon, während der dritte mutmaßliche Täter mit einer Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro belegt worden ist.

Der „hinreichende Tatverdacht einer Volksverhetzung“ sei bei den Beteiligten nicht gegeben, heißt es. Die Geldstrafe gegen den dritten Mann wird allerdings für das Rufen der Worte „Heil Hitler“ ausgesprochen, so das Gericht. Für Ilkay Gündogan und Leroy Sané dürfte das Urteil eine Enttäuschung und ein Schlag ins Gesicht sein. Bislang haben sich die beiden Nationalspieler aber nicht zu dem Urteil geäußert.