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Trotz positiver Entwicklung: Löw zählt Deutschland nicht zum Kreis der Favoriten

Joachim Löw
Foto: Granada / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

Jogi Löw musste sich nach der verkorksten Weltmeisterschaft 2018 in Russland jede Menge Kritik anhören. Doch Löw hat sich durchgebissen und seinen Job behalten, als es kniffelig wurde. Seine Mannschaft hat der Bundestrainer stark verjüngt und steht in diesem Jahr mit der Europameisterschaft vor der ersten echten Belastungsprobe. Im Gespräch mit „Spox“ hat Löw unter anderem durchblicken lassen, wie weit er seine Mannschaft zum gegenwärtigen Zeitpunkt sieht.

Angesprochen auf die Frage, ob es für Löws Planungen hinsichtlich der anstehenden Europameisterschaft besser wäre, wenn die Klubmannschaften der Bundesliga in den europäischen Wettbewerben frühzeitig ausscheiden würden, hatte der Bundestrainer eine eindeutige Antwort parat: „Ich wünsche jedem unserer Spieler und jedem deutschen Klub, dass er international so weit wie möglich kommt. Für die Nationalmannschaft ist es gut, wenn die Spieler davon profitieren, dass sie gegen internationale Topgegner Erfahrung sammeln. Genau dieses Niveau erwartet uns auch bei der EM und wenn man das kennt und sich da durchgesetzt hat, ist das natürlich für die Entwicklung der Spieler und für ihr Selbstbewusstsein ein großer Vorteil.“

Heimspiele kein direkter Vorteil

Bei der ersten paneuropäischen EM kann sich Deutschland in der Gruppenphase auf drei Heimspiele in München freuen, einen Vorteil sieht Löw angesichts der starken Gegner darin aber nicht. „Wir alle freuen uns, dass wir in München vor eigenem Publikum spielen. Das werden Festtage für die Fans in Deutschland und ist ein Vorteil, was die Stimmung betrifft“, sagt Löw im Gespräch mit dem Portal „Spox“ und fügt dann an: „Aber nicht unbedingt bei den Gegnern. Denn Frankreich und Portugal sind typische Kontermannschaften, sie leben vom Gegenpressing.“ Den Franzosen würde ein dominantes Auftreten der Deutschen daher sogar entgegenkommen, meint Löw.

Die Erwartungen an eine deutsche Nationalmannschaft sind bei einem Turnier immer hoch, der Bundestrainer tritt jedoch erst einmal auf die Bremse, macht dabei aber dennoch deutlich, dass man soweit kommen wolle, wie nur möglich. Für eine Prognose sei es aber „einfach zu früh“. Den derzeitigen Umbruch bewertet Löw vor allem mit einem Blick auf die verstrichene Zeit äußerst „positiv“, denn „viele andere Nationen wie Frankreich, England oder die Niederlande haben das so nicht geschafft und haben nach einem Generationswechsel zwei oder vier Jahre oder länger gebraucht, bis sie wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft hatten.“ Dennoch wollte Löw seine Mannschaft aktuell noch nicht zum Kreis der Favoriten zählen.