Starker Nachwuchs: Löw sieht „Ventil zur U21 noch mal ein bisschen weiter geöffnet“

Nach dem U21-Turnier bleiben viele (positive) Erkenntnisse, die auch Joachim Löw neue Schlüsse ziehen lassen. Rund um das EM-Endspiel ließ der Bundestrainer dabei auch einen Blick in die Zukunft zu.

Zwar musste die U21 bei der Europameisterschaft im Italien eine bitte 1:2-Finalniederlage gegen Spanien hinnehmen, doch am Ende überwiegen dann doch Freude und Stolz über das Geleistete. A-Nationaltrainer Joachim Löw war sowohl vor und nach dem Spiel voll des Lobes für den DFB-Nachwuchs und versicherte, die Spieler genau unter die Lupe zu nehmen. „Alle Spieler, die hier sind, sind bei uns im Fokus“. Das generelle Fazit zum Turnier fällt dabei wie zu erwarten hocherfreut aus: „Das Turnier war klasse von diesen Jungs, das war ein geiles Turnier. Sie haben wirklich als Mannschaft hervorragend funktioniert und eine tolle Visitenkarte abgegeben“, sagte Löw nach der Partie in Udine.

Für einige Spieler war das Spiel am Sonntagabend altersbedingt der letzte Auftritt für die U21, doch viele Akteure haben gezeigt, dass sie auch für höhere Aufgaben taugen. Allen voran natürlich Luca Waldschmidt, der mit sensationellen sieben Treffern zum Torschützenkönig der EM avancierte und wohl die größten Chancen auf eine Berufung zur A-Nationalmannschaft haben dürfte. Allerdings zählen auch Kapitän Jonathan Tah, Lukas Klostermann, Benjamin Henrichs und Maximilian Eggestein zum Kreis der möglichen Kandidaten, denn schließlich liefen diese Akteure bereits für die A-Elf unter Löw auf. „Der Umbruch, der dieses Jahr auch bei uns begonnen hat, hat das Ventil zur U21 noch mal ein bisschen geöffnet“, betont der 59-jährige.

Löw denkt an seinen Nachfolger

Noch hat Joachim Löw einen bis 2022 laufenden Kontrakt als Bundestrainer beim DFB. Ob es danach noch einmal weitergeht ist fraglich, dürfte aber auch von dem Abschneiden bei der Europameisterschaft abhängen. Die Vermutung liegt aber dennoch nahe, dass Löw nach dem Turnier im kommenden Jahr aus freien Stücken Platz für frischen Wind machen könnte.

Von der „BILD“ darauf angesprochen, ob sich Löw den derzeitigen U21-Coach Stefan Kuntz als Nachfolger vorstellen könnte, hatte Löw eine deutliche Antwort parat: „Ja, aber selbstverständlich, absolut. Stefan hat in den Jahren, in denen er jetzt beim DFB ist, hervorragende Arbeit geleistet. Er hat eine sehr gute Ansprache an die Mannschaft, er hat viel Empathie, er hat zweimal das Finale erreicht. Wir haben ja immer eine enge Abstimmung – die Spieler, die nach oben kommen, sind sehr gut vorbereitet“, so Löw, der gleichzeitig auch noch Marcus Sorg nannte.

Sorg vertrat Löw schon bei den letzten beiden Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft, nachdem der eigentliche Bundestrainer mit einer Sportverletzung ausfiel.