Sepp Maier wird 75: „Ich würde sofort irgendwo einen Ein-Jahres-Vertrag unterschreiben“

Zwischen 1966 und 1979 absolvierte Sepp Maier 95 A-Länderspiele für Deutschland und bis heute der Rekordtorhüter der Nationalmannschaft. Er ist zweifelsohne auch einer der besten Torhüter, die Deutschland jemals hatte, aber er ist auch eine ebenso große Persönlichkeit. Am heutigen Donnerstag wird die „Katze von Anzing“ 75 Jahre alt und blickt bis dato auf ein großartiges Leben zurück.

Im Gespräch mit „DFB.de“ schwelgt er in altern Erinnerungen und spricht über sein, seiner Meinung nach, größtes Spiel: „Meine besten Spiele waren sicher bei der WM 1974 gegen Polen (1:0) und Holland (2:1). Die Wasserschlacht gegen Polen und das Endspiel in meinem Heimstadion in München bleiben natürlich hängen, da habe ich – in aller Bescheidenheit – super gespielt. Ich habe sicher auch in der Bundesliga viele richtig gute Spiele gemacht, aber das war nächste Woche schon kein Thema mehr. Doch wenn du mit deiner Mannschaft ins WM-Finale einziehst und das dann noch gewinnst, hat das einfach eine andere Bedeutung.“

War damals tatsächlich alles besser?

Wenn man Maier nach einem Vergleich mit der heutigen Zeit ist für den ehemaligen Torhüter klar: „Wir hatten die schönere Zeit.“ Begründet sieht Maier das auch darin, dass sich medial eine völlig neue Welt entwickelt hat. „Damals war die Presse noch nicht so präsent, es gab keine Handys, wir hatten damals einfach mehr Freiheiten. Und die Gehälter und Ablösesummen sind nicht mehr normal, kein Mensch ist 200 Millionen Euro wert. Das ist eine richtige Blase, und ich glaube, dass sie bald platzt“, sagt der nun 75-jährige, der gleichzeitig Verständnis für die Spieler zeigt und „wegen des Geldes auch heute noch mal spielen wollen“ würde. Ohne zu zögern würde er daher „irgendwo einen Ein-Jahres-Vertrag unterschreiben“ und sich dann „auch auf die Bank setzen“

Herrlich offen, herrlich sympathisch. So kennt man Sepp Maier und wir gratulieren ebenfalls ganz herzlich zum Geburtstag!

Foto: Udo Grimberg / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)