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Nach Löw: Auch Bierhoff sieht Deutschland nicht als Favorit

Oliver Bierhoff
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Auf dem Parlamentarischen Abend des DFB gab Nationalmannschaftsdirektor Einblicke über die derzeitigen Sichtweisen des DFB und sprach unter anderem auch über den deutschen Fußballnachwuchs. Der DFB formuliert dabei klare Ansprüche, setzt die Erwartungen aber bewusst nicht zu hoch an.

Nachdem Joachim Löw bereits gestern in einem Interview mit dem Sportportal „Spox“ verlauten ließ, dass Deutschland bei der Europameisterschaft 2020 nicht zu den Favoriten zählen würde, schloss sich Oliver Bierhoff dieser Meinung an. Bierhoff führt dabei als Hauptgrund die fehlende Erfahrung der stark verjüngten Mannschaft an. „Diesmal, das haben wir ganz klar gesagt, zählen wir nicht wie bei den letzten Turnieren zu den Favoriten. Das muss man so sagen. Wir haben einen großen Schnitt gemacht“, offenbarte Bierhoff am Donnerstag auf dem Parlamentarischen Abend des DFB. Bierhoff weiter: „Es sind halt junge Spieler mit weitaus weniger Erfahrung. Da weiß man nicht, wie sie mit dem Druck und den Gegnern umgehen. Daher sind wir froh, dass wir Heimspiele haben.“

Dass man nicht unbedingt als Favorit in die Spiele geht, könnte aber auch ein Vorteil sein, glaubt Bierhoff, der aber auch gleichzeitig betont, dass der „Anspruch immer hoch sein muss.“ Das sei „klar“, so der 51-jährige.

„Bolzplatzmentalität“ im Jugendfußball

Der Nationalmannschaftsdirektor verriet außerdem, dass er den Jugendfußball in Zukunft auf eine neue Stufe heben möchte. Das Denken in den Akademien, sei teilweise „sehr deutsch“ und zu korrekt. Dadurch geht nach Meinung von Bierhoff die Individualität der Spieler verloren. Daher sei es neben der Einführung von neuen Spielformen auch wichtig, den Spaß am Fußball noch weiter in den Fokus zu rücken. „Wir müssen bei Spielern auch wieder eine Bolzplatzmentalität fördern. Weil die aber nicht mehr so gegeben ist, durch den Alltag in der Jugendförderung, müssen wir das in den Akademien ein Stück weit künstlich erzeugen“, sagt der ehemalige Nationalspieler.