EM 2020

Köln-Manager Heldt wettert: „FIFA und UEFA sollten sich nicht verstecken“

UEFA EURO 2020
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Der Zeitplan für die Euro 2020 könnte eng werden. Denn der Coronavirus bedroht den Spielbetrieb in den nationalen Ligen. Müssen Spieltage verlegt werden, können diese in diesem EM-Sommer eventuell nicht nachgeholt werden. Auch ob die Gesundheitslage im Sommer ein paneuropäisches Fußballfest zulässt ist aktuell mehr als unsicher. Zu Wort meldete sich in dieser Frage der Manager des 1. FC Köln, Horst Heldt, mit einer ganz klaren Meinung.

Die Serie A hat die Liga bereits vorerst bis Anfang April ausgesetzt. In der Bundesliga werden am Wochenende sämtliche Partien unter Ausschluss des Publikums stattfinden. Die Dritte Liga verzichtet komplett auf die Austragung der nächsten beiden Spieltage und verlegt diese auf einen unbestimmten Zeitpunkt. Mit Daniele Rugani von Juventus Turin oder Timo Hübers von Zweitligist Hannover 96 wurden erste Profis ebenfalls positiv auf den Coronavirus getestet. Eine einheitliche europäische Vorgabe, wie in Zeiten des Coronavirus umgegangen werden soll, fehlt aber noch. Während Inter Mailand den Spielbetrieb vorerst komplett einstellt, spielte der FC Liverpool gestern Abend im Champions League Achtelfinal-Rückspiel an der ausverkauften Anfield Road vor vollen Rängen gegen Atletico Madrid.

Diesen Umstand der fehlenden Planungssicherheit kritisiert nun Horst Heldt, Manager des 1. FC Köln. „So langsam sollten FIFA und UEFA aus der Deckung kommen und sich nicht verstecken“, schimpft Heldt. Sein Team musste gestern Abend im Nachholspiel bei Borussia Mönchengladbach zum ersten Geisterspiel der Bundesliga antreten.

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Heldt plädiert für Verschiebung der Euro 2020

Der Lösungsvorschlag von Horst Heldt sieht eine Verschiebung der Euro 2020 in den Sommer 2021 vor: „Vielleicht spielen wir einfach die Europameisterschaft im nächsten Jahr. Das würde uns allen Luft verschaffen“, will Heldt den Spielplan der nationalen Ligen in den Sommer verlängern. Auch Leverkusens Trainer Peter Bosz plädiert für eine Verschiebung von Spieltagen anstelle von Geisterspielen: „So fühlt es sich nicht richtig an.“ Und Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke sieht den Fußball mit Blick nach Italien weit mehr bedroht: „Und da ist der Schluss nicht mehr allzu fern, dass vielleicht sogar der gesamte Fußball irgendwann zum Erliegen kommen wird.“ Er unterstützt die getätigten Maßnahmen aber ausdrücklich: „Es ist unumgänglich und auch richtig, dass wir Vorsichtsmaßnahmen treffen, um die Infektionsketten zu unterbrechen“, Meinte Schmadkte. „Es steht über allem, dass unser Gesundheitssystem intakt bleibt und wir die Ansteckungsraten möglichst geringhalten.“

Mit diesem Ziel im Kopf fällt Horst Heldts Kritik an den weiterhin geplanten internationalen Länderspielen Ende März scharf aus. „Die Länderspiele halte ich absolut für den Wahnsinn. Die Spieler reisen um die Welt. Man sieht und hört nichts von ihnen. Das halte ich für den Oberwitz schlechthin“, wettert Heldt. Ob Testspiele nötig sind in Zeiten in denen Europa League Achtelfinale ausfallen und die italienische Liga komplett zum erliegen kommt, kann man tatsächlich nur schwer nachvollziehen.