Koch kann sich DFB-Präsidentin durchaus vorstellen

Eine Frau an der Spitze des DFB? Es wäre wahrlich eine Revolution und eine Entscheidung, die sicherlich für Aufsehen sorgen würde, doch für DFB-Vizepräsident Rainer Koch durchaus eine Option, die im Rahmen des Möglichen liegt.

Der Rücktritt von Reinhard Grindel hat an der Führungsspitze eine große Lücke hinterlassen, die geschlossen werden will. Allerdings muss die Wahl des neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin gut überlegt sein. Schließlich musste der größte Einzelverband in den vergangenen Monaten viel Kritik einstecken und ist daher nun gefordert auch an seinem Image arbeiten. Der DFB kann es sich nicht erlauben, noch einmal negative Schlagzeilen zu machen und pocht auf bessere Zeiten.

Unlängst sprachen sich dabei auch einige Personen für eine Frau im höchsten Amt des Deutschen Fußball-Bundes aus. Was nicht überall auf großen Anklang stößt ist für den DFB allerdings vorstellbar. Bereits im April hatte Ute Groth, Vorsitzende des DJK TuSA 06 Düsseldorf, angekündigt, für das Amt der DFB-Präsidentin kandieren zu wollen. Für den derzeitigen DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch ist diese Revolution beim DFB sogar denkbar. „Wir haben mehrfach deutlich gemacht, dass das Geschlecht kein Kriterium ist“, so Koch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Warum das so ist, stellt der DFB-Vize dann auch noch einmal klar: „Wir brauchen eine Präsidentin oder einen Präsidenten, der die Aufgabe bestmöglich erfüllen kann und wenn diese Person eine Frau ist, dann ist mir das recht.“

Es geht nun einzig und allein um das Wohl des Verbandes und allen voran des deutschen Fußballs. Eine Frau an der Spitze könnte für den DFB eine Chance bedeuten und würde gleichzeitig wohl das ramponierte Image ordentlich aufpolieren. Allerdings birgt das Szenario auch Risiken, denn eine Frau als erste DFB-Präsidentin würde wohl noch einmal deutlich mehr kritische Blicke auf sich ziehen und dafür sorgen, dass jede Entscheidung genaustens unter die Lupe genommen wird.

Frauenfußball zusätzlich stärken

Beim DFB ist man sich der Verantwortung dem Frauenfußball gegenüber aber ohnehin bewusst. Fußball ist längst keine Männerdomäne mehr und dennoch steht der Frauenfußball oft im Schatten der hochbezahlten Männer. Nicht nur deshalb möchte man den Frauenfußball in Deutschland nun auch weiter fördern, denn Koch weiß: „Der deutsche Fußball hat zwei Standbeine, den Männer- und den Frauenfußball. Damit man beim Laufen nicht humpelt, müssen beide Beine gleich stark sein und daran wollen wir arbeiten.“

Als ersten Schritt in diese zweifelsfrei richtige Richtung, präsentierte man am Mittwoch die Online-Druckerei „Flyeralarm“ als neuen Namenspartner der Frauen-Bundesliga. Flyeralarm löst damit den vorherigen Partner „Allianz“ ab und wird nun für vier Jahre mit dem DFB zusammenarbeiten.