Gemischte Gefühle nach dem 3:0-Erfolg über Russland

Die deutsche Nationalmannschaft hat es im vorletzten Spiel des Kalenderjahres mal wieder geschafft, einen Sieg einzufahren. Das tut allen Beteiligten gut und doch zeigte das Spiel einmal mehr, dass noch eine Menge Arbeit vor Jogi Löw und seinem Team liegt, denn überzeugen konnte die Mannschaft nur im ersten Durchgang – allen voran Leverkusens Kai Havertz.

Im Vergleich zur Niederlage gegen Frankreich (1:2) gab es drei Veränderungen in der Anfangsformation von Bundestrainer Löw. Rüdiger, Hector und Havertz kamen für Hummels, Schulz und Toni Kroos in die Partie. Die DFB-Elf ging als also, abgesehen von Manuel Neuer, nur mit Jungspunden und hungrigen Talenten in die Partie. Die Mannschaft brachte schon auf dem Papier eine Menge Tempo mit sich und genau das sollte sich dann auch direkt im Spiel zeigen. Deutschland spielte vom Anpfiff weg mit viel Geschwindigkeit und Zielstrebig nach vorne. Nahezu alles lief über die Offensivstationen Sané, Gnabry und Werner, die schlichtweg zu schnell für die Defensive der Russen waren.

Im Mittelfeld zog Kai Havertz die sprichwörtlichen Fäden, genoss dabei jede Menge Freiheiten und glänzte immer wieder mit viel Kreativität. Russland fand überhaupt nicht in die Partie und so erzielte die DFB-Elf dann auch folgerichtig nach nur acht gespielten Minuten das 1:0 durch Leroy Sané, der von Serge Gnabry zuvor ideal bedient worden war. Russland war im Grunde nur optisch anwesend und spielte viel zu passiv, lies den Deutschen dabei eindeutig zu viele Räume, sodass die Mannschaft von Jogi Löw nur wenig Mühe hatte ihr temporeiches Spiel aufzuziehen.

Partie schon zur Halbzeit entschieden

Nach gut 20 Minuten stellte Russlands Trainer Cherchesov daher dann auch auf eine Fünferkette um, die allerdings auch nicht die erhoffte Stabilität brachte. Nach einer Kopfballverlängerung bei einer Ecke durch Antonio Rüdiger, stand Süle dann völlig frei vor dem Tor der Gäste und erzielte mühelos das 2:0 (25.). Eine Viertelstunde später folgte dann nach einer mustergültigen Vorlage von Kai Havertz auf den perfekt eingelaufenen Gnabry gar das 3:0. Damit war der Deckel frühzeitig drauf.

Im zweiten Spielabschnitt fiel die deutsche Mannschaft dann jedoch in eine altbekannte Lethargie und leistete sich im Spielaufbau immer wieder Fehlpässe, war in der Defensive nicht mehr konzentriert genug. Russland versuchte zwar ein wenig mehr, doch blieben die zweiten 45 Minuten nahezu ereignislos. Viel Stückwerk war nun dabei und Deutschland konnte sich keine großen Möglichkeiten mehr herausspielen.

Auch wenn die erste Halbzeit überzeugend war, gegen die Niederlande wird noch einmal eine Leistungssteigerung nötig sein, wenn man auch aus dieser Partie etwas mitnehmen möchte.