Eklat um Zusatzzahlungen – Wie lange bleibt Grindel noch im Amt?

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat durch seine Arbeit beim DFB offenbar mehr Geld verdient als bislang angenommen. Nun gelangen pikante Details an die Öffentlichkeit und auch die Wiederwahl des derzeitigen Verbandspräsidenten ist nicht mehr in Stein gemeißelt.

Wie der „SPIEGEL“ bereits am Freitag berichtet hatte, soll Grindel zwischen 2016 und 2017 ein ordentliches Zusatzgehalt eingestrichen haben, von dem die Öffentlichkeit bislang nichts wusste. Demnach kassierte der DFB-Boss rund 78.000 Euro im Rahmen seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft, die ebenso wenig bekannt sein dürfte. Grindel nahm für diese Gesellschaft außerdem in diesem Zeitraum an lediglich zwei Sitzungen teil, für die er eben diese horrenden Summen kassiert haben soll – und das, obwohl er zeitglich schon 500.000 Euro für seine Dienste bei der UEFA und der FIFA erhalten hat, wie das Magazin berichtet.

Die „BILD“ hakte auf Grundlage des Berichtes nach, möchte dabei erfahren haben, dass es bei einer DFB-Telefonkonferenz am Freitag ordentlich gekracht haben soll. An dem Gespräch sollen demnach mehrere Personen teilgenommen haben und Grindel wurde dabei nahegelegt, sich nicht für die Wiederwahl als DFB-Präsident im September dieses Jahres aufstellen zu lassen. Seine Posten bei der FIFA und UEFA soll er dafür jedoch behalten.

Absprachen mit dem DFB getroffen

Grindel selbst wollte sich dazu nicht äußern. Bestätigte gegenüber dem „SPIEGEL“ zwar die Zahlungen, möchte dabei aber jedoch verstanden wissen, zu dem Zeitpunkt nicht für die DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft gearbeitet zu haben.

Der „BILD“ sagte Grindel derweil, dass es eine Absprache zwischen ihm und dem Präsidium gebe, er sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht zu dem Thema äußern werde.

Unumstritten ist der DFB-Präsident bei den Fans längst nicht mehr und auch innerhalb des Verbandes werden die Stimmen gegen 57-jährigen. Zuletzt sorgte er schließlich mit seiner Kritik an Löws Ausbootung des Bayern-Trios um Müller, Boateng und Hummels für Aufsehen. Kürzlich brach er darüber hinaus auch noch ein Interview mit der Deutschen Welle (DW) ab. Der Grund: Grindel gefielen die Fragen nicht.