Bierhoffs Ruf nach dem Straßenfußball

Oliver Bierhoff hat sich in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“ zu zahlreichen Themen geäußert und dabei auch die angestrebten Veränderungen beim DFB anklingen lassen. Doch auch zum Frauenfußball hat der ehemalige Nationalspieler eine ganz klare Meinung.

Seit dem letzten Sommer muss sich der Deutsche Fußball-Bund in jeder Hinsicht neu aufstellen. Das gilt nicht nur für die personelle Situation, sondern auch für die Leitlinien und das Konzept des Verbandes. Mit dem kürzlich abgehalten Spatenstich für den Neubau der künftigen DFB-Nachwuchsakademie möchte man schon den Grundstein für eine glorreiche Zukunft legen. Junge Talente sollen noch besser gefördert und gefordert werden. Schon jetzt befindet sich die A-Nationalmannschaft in einem Umbruch mit vielen jungen Spielern, der bisweilen auch gut läuft. Auf lange Sicht sollen so immer wieder jungte Talente frühzeitig integriert werden, damit ein derartiger Umbruch gar nicht mehr in diesem Maße nötig wird.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff ist sicher, dass man beim Verband „auf einem hohen Niveau“ arbeite. Daher bedarf es auch „keiner so harten Richtungsänderung wie im Jahr 2000“, schreibt Bierhoff in seinem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“. Das Ziel ist dennoch klar: Man möchte wieder „dauerhaft international in der Spitzenklasse mitspielen“. Nach Ansicht von Bierhoff bildet die Nachwuchsakademie einen elementaren Bestandteil des Konzepts, um dieses zu erreichen.

„Meine Aufgabe im DFB ist es, den Spitzenfußball im DFB zu organisieren, zu orchestrieren, Veränderungen zu erkennen, Entwicklungen anzustoßen und für optimale Rahmenbedingungen zu sorgen“, weiß der ehemalige Stürmer.

Ferner wünscht sich der 51-jährige auch eine altbekannte Mentalität zurück, die nach Meinung von Bierhoff im Profifußball zu sehr abhandengekommen ist. Beim DFB sei man sich daher einig, dass man „den „Straßenfußball“ zurück in die Vereine zu bringen“ möchte, um somit dann „eine Mentalität zu fördern, wie wir sie von früher auf dem Bolzplatz kannten: schnell, direkt, Individualität zulassend und Kreativität fördernd.“

Plädoyer für den Frauenfußball

Auch in dieser abermals geführten Diskussion um die Wertstellung des Frauenfußballs zeigt Bierhoff klare Kante: „Dazu bedarf es einer klaren Haltung, eines deutlichen Bekenntnisses des DFB und aller, die den Spitzenfußball in Deutschland mitverantworten. Es muss selbstverständlich sein, dass wir die Ausbildung und Förderung unserer weiblichen Leistungsträger genauso wichtig nehmen und mit Engagement unterstützen wie bei den Männern.“

Für den Verband und vor allem für Oliver Bierhoff gibt es tatsächlich einige Baustellen. Aktuell befindet sich der DFB nach den getätigten Umstrukturierungen aber auf einem guten Weg. Damit das so bleibt, muss allerdings auch weiterhin hart daran gearbeitet werden.